Die authentische und zeitlose Welt von Ralph Lauren

RL – Fragen und Antworten: Charlotte Hadden

Ein Gespräch mit der Fotografin unserer Kampagne Pride 2023

Für das jüngste Kapitel in der über 30-jährigen Geschichte unserer Marke, die LGBTQIA+-Community zu unterstützen, feiert Ralph Lauren den Pride Month mit „Celebrating Love Stories“ – einer Kampagne, die den vielen verschiedenen Formen von Liebe Tribut zollt. In Zusammenarbeit mit British Vogue zeigt die Kampagne eine vielfältige Gruppe von Mitgliedern der LGBTQIA+-Community. Die in London lebende Fotografin Charlotte Hadden fotografierte June Lam, Schauspieler, Model und Co-Leiter von We Exist, die Künstlerin Ebun Sodipo, die Dichterin Chloe Filani, den Fotografen Robert Taylor und den Biologen Tristram Wyatt. Hadden hat für The New York Times, sowie viele andere Publikationen fotografiert und Between gelauncht, eine fortlaufende Fotoserie mit Porträts transsexueller Jugendlicher.

In der Wohnung ihrer Freundin sprachen wir mit Charlotte über die Arbeit mit den Models, ihren künstlerischen Weg – der mit einer verbeulten Kamera, einem Geschenk ihrer Großmutter, begann – und darüber, was es bedeutet, die junge Trans-Community in London zu dokumentieren

Die Kampagne sieht toll aus. Wie war es für Sie, an diesem Projekt zu arbeiten?

Auf die Zusammenarbeit mit dem Team der British Vogue und die Kollaboration mit Ralph Lauren habe ich mich wirklich gefreut. Ralph Lauren ist eine solch klassische Marke und ich fand, dass sie gut zu meiner Porträt-lastigen Fotografie passt. Die Arbeit mit den Menschen, die wir an diesem Tag fotografiert haben, war einfach schön. Es war eine wirklich wundervolle Erfahrung – sehr entspannt und ruhig, und alle haben sich sehr gut verstanden.

Welcher Aspekt von „Celebrating Love Stories“ hat sie am meisten angesprochen?

Mir gefiel, dass Liebe aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird. Es ging nicht nur um romantische Liebe. Ich glaube, dass wir alle verschiedene Phasen durchlaufen: Liebe und Freundschaft, Selbstliebe und romantische Liebe. Ich war sehr neugierig, wie man das angehen kann.

Tristram Wyatt und Robert Taylor
Tristram Wyatt und Robert Taylor

Wie haben Sie diese Geschichten mit Ihren Bildern vermittelt?

Ich denke, dass meiner Arbeit generell eine Art Intimität innewohnt, und deshalb habe ich mir vor dem Fotoshooting nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht, wie ich diese Intimität vermitteln könnte. Ich habe einfach überlegt: Wie könnte ich diese Verbindung persönlich einfangen? Ich habe mich einfach von den Menschen inspirieren lassen und geschaut, was passiert – vor allem bei den Freunden und dem Paar, um zu sehen, wie sie interagieren. [Ich habe] so viel natürliches Licht wie möglich verwendet, damit es nicht einschüchternd wirkt. Umgeben von so viel Ausrüstung möchte man es einfach und zwanglos halten. Ich denke, das ist uns bei diesem Fotoshooting gelungen.

Wie war die Zusammenarbeit mit den fünf Models der Kampagne?

Jemanden zu fotografieren ist immer interessant, weil es eine sehr exponierte Situation ist. Aber zu sehen, wie verliebt sie sind und wie wohl sie sich miteinander fühlen – besonders bei Robert und Tristram – und wie bereitwillig sie dies mit mir geteilt haben, war schon etwas Besonderes. Bei June merkte man anfangs, dass er ziemlich nervös war. Aber es war schön, wie er sich im Laufe des Fotoshootings öffnete und selbstbewusster wurde. Chloe und Ebun hingegen waren sehr selbstbewusst, da sie schon viele Fotoshootings gemacht haben. Es hat wirklich Spaß gemacht, sie zu fotografieren und ihre Persönlichkeit einzufangen – und zu sehen, wie sie ständig miteinander herumalberten.

Sie haben schon alle Arten von Menschen porträtiert, von Prominenten, die häufig fotografiert werden, bis hin zu Menschen, die nur selten in so schönen Porträts dargestellt werden. Wie bringen Sie Ihre Models dazu, sich Ihnen zu öffnen?

Ich spreche einfach mit ihnen. Ich bin ein ziemlich ruhiger Mensch, und manchmal spiegeln sie diese Ruhe wider. Ich schaffe einen sicheren Raum, in dem sie sie selbst sein können, denn ein Fotoshooting kann eine ziemlich einschüchternde Erfahrung sein. Es ist ein langwieriger, langsamer Prozess, und ich versuche, ihn so intim wie möglich zu gestalten. Ich möchte nicht, dass sie schauspielern. Wenn ich plötzlich laute Musik anmache, dann schaffe ich einen Raum, in dem sie sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten müssen – lebhaft, quirlig und aktiv. Das ist vollkommen in Ordnung, aber ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, einen Teil von sich selbst auszuwählen, den sie zeigen möchten.

Ebun Sodipo und Chloe Filani
Ebun Sodipo und Chloe Filani

Denken Sie, dass das Fotografieren Ihnen eine einzigartige Möglichkeit bietet, mit transsexuellen Jugendlichen zu kommunizieren und Kontakte zu knüpfen?

Für mein Projekt Between fotografiere ich eine ganz bestimmte Altersgruppe – Jugendliche, die gerade erst die Pubertät erreicht haben, denn das ist eine sehr schwierige Zeit, vor allem, wenn man sein Geschlecht infrage stellt. Beim Fotografieren dieser jungen Leute merke ich, wie offen sie mir gegenüber sind und wie bereitwillig sie sich zeigen. Wie selbstbewusst sie sind und wie sehr sie mit sich selbst im Einklang stehen.

Diese Aspekte der Community werden häufig falsch dargestellt. Aber es sind die selbstbewusstesten Jugendlichen, die ich in meinem ganzen Leben kennengelernt habe. Und die einfühlsamsten. Ich habe gelernt, dass es meine Aufgabe ist, das zu dokumentieren, was sie möchten. Ich bin einfach nur da, mit einer Kamera. Mit mir hat das überhaupt nichts zu tun.

Warum ist es Ihnen wichtig, die Erfahrungen der Trans-Community zu dokumentieren?

[Als ich das Projekt vor fünf Jahren ins Leben rief], zu diesem Zeitpunkt in meiner Karriere, habe ich hauptsächlich als Modefotografin gearbeitet. Doch das hat mich nicht wirklich erfüllt. Ich wollte mit meiner Arbeit mehr erreichen und Menschen in Communitys eine Stimme geben, die oft nicht gehört werden. Ich begann, mit einer Organisation namens Mermaids zusammenzuarbeiten, die Kindern hilft, die ihr Geschlecht infrage stellen. Und von da an ging es weiter.

Ich würde gern mehr über Ihren persönlichen Werdegang als Künstlerin erfahren. Was hat Ihr Interesse an Fotografie geweckt und warum?

Meine Großmutter war begeisterte Fotografin. Und ich war ein sehr kreatives Kind. Als ich um die 15 war, schenkte sie mir eine Kamera, und ich fing an, mich für Fotografie zu interessieren. Ich wollte nur Menschen fotografieren, also habe ich Porträts gemacht. Als die Entscheidung anstand, ob ich die Fotografie weiterverfolgen möchte, sagte mein Lehrer, dass ich Fotografin werden sollte, und so widmete ich mich der Sache intensiver.

Was für eine Kamera hat Ihnen Ihre Großmutter geschenkt?

Es war eine Nikon Nikkormat, eine 35-Millimeter-Kamera. Sie hatte oben eine ordentliche Delle, aber sie funktionierte noch.

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit ausdrücken?

Es ist etwas ganz Besonderes für mich, wenn Leute nach dem Fotoshooting – nachdem sie die Bilder gesehen haben – zu mir kommen und sagen, dass sie sich selbst sehen.

Das ist fantastisch.

Ich finde das wirklich einmalig. Die meisten Menschen mögen keine Fotos von sich selbst. Wenn Sie sich also ein Bild von sich selbst anschauen und das Gefühl haben, sich selbst zu sehen, und sich wohl fühlen, dann bedeutet mir das alles. Das ist ein echtes Kompliment. In meiner Arbeit ist das sehr, sehr schwierig – und ich kann Ihnen nicht wirklich sagen, wie ich das mache.

Denken Sie, dass Künstler in irgendeiner Weise eine Verantwortung für ihre Community haben?

Es kommt darauf an, mit wem Sie sprechen. Wenn ich mit einem einfühlsamen Künstler spreche, finde ich das immer hilfreich. Außerdem ist es etwas Persönliches. Deshalb sollte man dies immer einfangen, auch für sich selbst als Künstler.

June Lam
June Lam

Empfinden Sie das als gerecht oder ungerecht?

Das ist eine gute Frage. Ich denke, als Künstler sollte man diesen Druck spüren. Für mich soll es sich persönlich anfühlen. Daher ist es mir wichtig, und ich bin sehr froh, Teil der Community zu sein und Menschen zu fotografieren.

Wie würden Sie Ihren persönlichen Stil beschreiben?

Diese Frage wurde mir noch nie gestellt! Komfort ist mir wichtig. Mein Stil ist eher minimalistisch, hat aber auch etwas Verspieltes. Ich mag klassische Kleidung. Als Kind habe ich sehr viel Polo getragen, viele bunte Poloshirts, weil meine Großmutter sie so toll fand – und wahrscheinlich sollte ich die jetzt auch wieder tragen, weil sie so zeitlos sind.

Was steht bei Ihnen als Nächstes an?

Ich möchte mein Projekt Between fortsetzen. Außerdem würde ich gern ein Buch und eine Ausstellung daraus machen. Ich denke, das wird ein Lebensprojekt.

  • Mit freundlicher Genehmigung von Charlotte Hadden
  • © Ralph Lauren Corporation